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Architektur und Kunst

Sabine Breitwieser

Utopie und Monument

Kunst zwischen Privatisierung und Öffentlichkeit

Kann Kunst noch gesellschaftliche Auseinandersetzung provozieren? Lässt sich Öffentlichkeit als Raum für Debatten zurückgewinnen, obwohl sie vor allem kommerziell regiert wird? Mit diesen Themen setzt sich die kürzlich im Verlag SpringerWienNewYork erschienene Publikation Utopie und Monument auseinander, die das zweijährige Ausstellungsprojekt zum Steirischen Herbst 2009 und 2010 dokumentiert.

Mit dem Fokus auf zwei Themen - der Privatisierung des öffentlichen Raums sowie der Virtuosität des Öffentlichen - wurden im Rahmen des Ausstellungsprojekts insgesamt zwanzig Kunstwerke für Graz geschaffen. Als Ausgangspunkt standen zwei Begriffe zur Diskussion, die eigentlich aus der Debatte um Öffentlichkeit verschwunden sind: die Utopie als Denkraum und das Monument als Erinnerungsraum. Sowohl die Utopie und das Monument, als auch das Kunstwerk selbst wurden in den letzten Jahrzehnten kritisiert und ihre Gültigkeit wiederholt bestritten.

Aufgrund dieser Kritik hat zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum das Kunstwerk zunehmend durch Kommunikations- und Handlungsobjekte ersetzt und dadurch den Gegensatz zwischen Kunst und Öffentlichkeit immer mehr aufgehoben. Gerade der öffentliche Raum hat sich in den letzten zwanzig Jahren radikal verändert und ist zu einem Spielball ökonomischer Interessen geworden. So müssen nun jegliche Gegensätze, die Öffentlichkeit eigentlich bedingen und die in ihr ausgetragen oder aus ihr verdrängt werden, neu formuliert werden - und mit ihnen die Möglichkeiten eines Zugriffs durch die Kunst.

In Utopie und Monument setzen sich renommierte Autoren in zahlreichen Beiträgen mit der Frage nach der Gültigkeit der Kunst im öffentlichen Raum auseinander. Desweiteren dokumentiert und diskutiert die Publikation jene Kunstwerke, die im Rahmen des Steirischen Herbst 2009 und 2010 entstanden.

Sabine Breitwieser, Steirischer Herbst
SpringerWienNewYork
Utopie und Monument. Ausstellung für den öffentlichen Raum. Steirischer Herbst 2009-2010 (deutsche und englische Ausgabe)
224 S., 118 Abb. in Farbe, gebunden
ISBN 978-3-7091-0807-9
29,95 EUR

Sabine Breitwieser ist Chefkuratorin des Departments für Medien- und Performance-Kunst am Museum of Modern Art in New York. Davor lebte sie als freie Kuratorin in Wien und war Herausgeberin zahlreicher Publikationen. 1988 bis Ende 2007 war sie als Gründungsdirektorin und Kuratorin der Generali Foundation tätig. 2003 bis 2004 war Sabine Breitwieser Researcher und Co-Kuratorin der International 04. Liverpool Biennial sowie Moderatorin der "Museumspolitischen Initiative 2007/2008" des österreichischen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur.

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