Optimismus in der Baubranche
Risikomanagement gewinnt an Bedeutung
Die Baubranche könnte die weltweite Wirtschaftskrise mit einem blauen Auge
überstehen - das zeigt die aktuelle KPMG Studie "Global Construction Survey
2009", für die Bauunternehmen in über 30 Ländern befragt wurden. Eine Mehrheit
von 53 Prozent der weltweit Befragten meldet höhere oder zumindest
gleichbleibende Auftragsbestände gegenüber dem Vorjahr. Lediglich 44 Prozent rechnen mit einem Rückgang der Erträge aus dem aktuellen Auftragsbestand.
"Die Ergebnisse der internationalen Studie spiegeln größtenteils auch die
Situation in Österreich wider", kommentiert KPMG Geschäftsführer Ernst Pichler
die Studie. "Aufgrund der hohen Auftragsbestände vor der Krise und der im
internationalen Vergleich hohen Infrastrukturinvestitionen durch die staatlichen
Konjunkturpakete, wird die Bauleistung der österreichischen Bauunternehmen in
2009 in etwa auf Vorjahresniveau erwartet. Der Trend zu verstärktem
Projektrisiko- und Working Capital Management ist auch in Österreich zu
beobachten und ist wegen der aktuellen wirtschaftlichen Lage unumgänglich. Für
die Zukunft gilt es abzuwarten, inwieweit es den Unternehmen gelingt, sich
weiter zu diversifizieren und in Sondersparten wie Facility Management und
PPP-Projekte Fuß zu fassen."
Weitere wichtige Ergebnisse der Studie
- 73 Prozent geben an, dass während der letzten 12 Monate ein stärkerer
Fokus auf Risikomanagement gesetzt wurde. Der Schwerpunkt wurde insbesondere
auf den Angebotsprozess und auf Contract Management gelegt. Ziel ist es,
risikoreiche Projekte vorab zu identifizieren und das Risiko der
Kostenvolatilität besser in den Griff zu bekommen. Außerdem wurde in Zeiten
fallender operativer Cash Flows ein höherer Zeit- und Ressourcenaufwand zur
Verbesserung des Cash Managements berichtet.
- Weltweit erwarten nur 15 Prozent der Befragten, dass die staatlichen
Konjunkturpakete die Geschäftsaussichten während der nächsten 12 Monate
signifikant verbessern werden. Dabei sind die Teilnehmer in Ostasien und dem
Pazifikraum wesentlich optimistischer als jene in Europa, Amerika, dem
Mittleren Osten und Afrika.
- 35 Prozent der weltweit Befragten haben die Anzahl ihrer Mitarbeiter
nicht reduziert. Nur wenige Bauunternehmen haben sich veranlasst gesehen,
die Arbeitskosten mittels Lohnkürzungen, kürzeren Arbeitszeiten oder
unbezahlten Freistellungen zu verringern. Angesichts des bestehenden hohen
Auftragsbestandes und der optimistischen Einschätzung über die zukünftige
Auftragslage, haben 28 Prozent der Befragten laut eigenen Angaben überhaupt
nichts zur Senkung der Arbeitskosten unternommen. "Jahrelang war die
österreichische wie auch die weltweite Bauindustrie mit einem Mangel an
qualifizierten Fachkräften konfrontiert. Vor allem die großen Bauunternehmen
haben daraus gelernt und wollen ihre Schlüsselkräfte für den Aufschwung nach
der Krise halten", kommentiert KPMG-Geschäftsführer Yann-Georg Hansa den
Trend, auf wesentliche Mitarbeiterkürzungen trotz der Krise zu verzichten.
- Die Mehrheit der befragten Bauunternehmer gibt an, dass Nachhaltigkeit
und umweltbewusstes Handeln zum Image eines innovativen und
umweltfreundlichen Unternehmens beiträgt. Nachhaltiges Handeln wird jedoch
eher als "Muss" gesehen denn als strategischer Wettbewerbsvorteil. Von
Kundenseite steht der wirtschaftliche weiter vor dem ökologischen Nutzen.
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