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Architektur-Infos
Autoren: Thilo Ebert, Jochen Schäfer, Heike SchlappaLEED-Zertifizierung - Einblick mit AusblickZertifizierungssysteme Die etablierten Zertifizierungssysteme BREEAM, DGNB und LEED bewerten mit unterschiedlicher Gewichtung anhand eines vorgegebenen Kriterienkatalogs ökologische, ökonomische und soziale Aspekte und berücksichtigen den gesamten Lebenszyklus von der Planung über die Erstellung, den Betrieb bis in den Rückbau des Gebäudes. Inzwischen bieten diese Systeme eine große Bandbreite an Nutzungsprofilen an, um ein Gebäude entsprechend der spezifischen Anforderungen vergleichbar bewerten zu können. Unabhängig davon, ob es sich dabei um Neubauten, Bestandsgebäude und Mieterausbau oder um eine spezielle Gebäudenutzung wie Schulen, Krankenhäuser, Hotels etc. handelt. Über die GreenBuilding-Zertifizierungssysteme werden die Gebäudeeigenschaften hinsichtlich der gewünschten Qualität durch Mindestanforderungen und der gewünschten Zielwerte in Bezug auf Nachhaltigkeit beschrieben und für ein Bauvorhaben frühzeitig definiert. Die Bewertungssysteme dienen einerseits als Werkzeug zur Beurteilung der ganzheitlichen Gebäudequalität, anderseits helfen Sie dem Investor und seinen Planungspartnern in der Entscheidungsfindung bei Lösungsvarianten. Gleichzeitig sind in dem integralen Planungsansatz, den die Systeme einfordern, neue Prozessabläufe, Planungstechniken und Dokumentationsanforderungen umzusetzen. Neue Berufsgruppen wie Auditoren, Nachhaltigkeitsmanager oder Umweltberater, die den Prozess moderieren und dem Projektteam die jeweiligen Anforderungen vermitteln, sind in den Planungsablauf zu integrieren. Eine Vielzahl an zusätzlichen Nachweisen wie Materialherkunft, Gebäudesimulationen, Lebenszyklusberechnung, etc. bis hin zu einem Inbetriebnahmemanagement sind zu erbringen und durchgängig zu dokumentieren. LEED Zertifizierungssysteme werden zunehmend auf internationaler Ebene eingesetzt. LEED ist international im Bereich gewerblicher Bauten das System mit der größten Marktdurchdringung. So sind zwischenzeitlich über 10.500 Gebäude weltweit nach LEED zertifiziert worden und 32.000 durchlaufen derzeit das Zertifizierungsverfahren. Bezogen auf die Bruttogrundfläche befinden sich ca. 40% der Projekte außerhalb der USA. Seine Flexibilität bezüglich der Anwendbarkeit bei verschiedensten Gebäudenutzungen und ein umfassendes Marketing sowie die Adaption des Systems durch staatliche Behörden in den USA und in Ländern weltweit als Planungsinstrument hat zu seinem hohen Verbreitungsgrad beigetragen. Auch in Deutschland sind in den vergangenen drei Jahren eine Vielzahl an Gebäuden mit dem LEED-Zertifikat ausgezeichnet worden. Motivation für eine Zertifizierung mit einem gängigen, internationalen System sind insbesondere die länderübergreifende Vergleichbarkeit und beispielsweise die Vorgaben von internationalen Konzernen an ihre Immobilienbereiche, die Aufnahme in Immobilienfonds für nachhaltige Gebäude oder Mieteranforderungen. ![]()
40-49 zertifiziert - 50-59 Silber - 60-79 Gold - 80-110 Platin Abb. 1: LEED-Zertifizierungslabel. Punkteniveau der LEED-Zertifizierungsstufen Quelle: USGBC LEED besteht aus vier Zertifizierungsstufen mit "zertifiziert" als die niedrigste Stufe bis hin zu der höchsten Bewertung eines Gebäudes mit Platin. Die Einstufung ergibt sich aus der Summe der erzielten Einzelpunkte. Die Gesamtpunktzahl liegt bei 110 Punkten. Davon können 100 Punkte über die sogenannten Credits (Kriterien) der in Abb. 2 dargestellten Kategorien und zusätzlich 6 Punkte für Innovationen sowie 4 für regionale Anforderungen erlangt werden. Prerequisites
Weiterentwicklung Dies spiegelt sich auch in der neuen Version von LEED wider, die Ende 2012 eingeführt werden soll. In der neuen Version wird der Kriterienkatalog um die Kategorien Standort und Transport, Gebäudeperformance und Integrativer Planungsprozess erweitert. Die Grenz- und Zielwerte werden in der Version 2012 zum Teil wesentlich angehoben und die aktuellsten Normen implementiert. Dies
geschieht beispielsweise im Fall der Energieeffizienz durch die Referenzierung
auf die aktuelle Version von ASHRAE 90.1-2010, deren neue Anforderungen für Energieeffizienz dann um ca. 30% höher als in der letzten Version von 2007 liegen. Ausblick Weitere Informationen bei den Autoren:
U.S. Green Building Coucil |