Dünger oder keine Dünger - das ist hier die Frage
Am Dünger scheiden sich die Geister. Der eine schwört auf Mineraldünger, der
andere nutzt Hornspäne, Kompost oder Pflanzenjauchen. Manch ein Gartenfreund
erwartet, dass der Boden von selbst alles liefert, was die Pflanzen brauchen.
Wenn der natürliche Kreislauf funktioniert, muss tatsächlich nicht gedüngt
werden. Aber wenn Rasenschnitt und Herbstlaub mit der Grünabfuhr verschwinden
und der Salatkopf auf dem Mittagstisch landet, muss Düngung den Nährstoffverlust
im Boden ausgleichen.
Mineralischer Dünger als schnelle Nährstoffquelle
Als Grundnährstoffe sind Stickstoff, Phosphor und Kalium nötig, ferner
Magnesium, Calcium, Schwefel und Spurenelemente. Besteht akuter Bedarf an diesen
Substanzen, liefert mineralischer Dünger das Nötige am schnellsten nach. Die
Mineralien können direkt von der Pflanze aufgenommen werden. Allerdings muss die
Mineraldüngermenge wohl dosiert sein, damit zu hohe Konzentrationen nicht das
Pflanzengewebe schädigen und überschüssige Düngersalze nicht ins Grundwasser
gelangen.
Schalen, Töpfe, Kästen und Kübel nicht organisch düngen
Im Gegensatz dazu liefern organische Dünger die Nährstoffe langsamer nach. Der
Grund: Mikroorganismen müssen Hornspäne, Pflanzenreste, Mist u. ä. zersetzen.
Erst wenn die Nährstoffe aus den organischen Verbindungen herausgelöst sind und
in reiner Form vorliegen, können sie von den Pflanzen als Bausteine für neue
Zellen aufgenommen werden. In Töpfen, Kübeln und Kästen passiert das sehr
langsam. Nur eine geringe Zahl an Mikroorganismen hält den extremen
Lebensbedingungen in dem geschlossenen Gefäß Stand. Organische Dünger sind somit
für Schalen, Töpfe, Kästen und Kübel ungeeignet.

Hornspäne
Hornspäne
Kleine Materialkunde zu Hornspänen
Hornmehl ist dabei die feinst Vermalung der Hornspäne. So kann die Wirkung
schnell einsetzen, die Langheitwirkung ist aber entsprechend kurz. Horngries hat
meist eine Korngröße von 2-5mm. Diese Form zersetzt sich langsamer und gibt ihre
Nährstoffe etwa über 3 Monate verteilt an die Pflanze ab. Es dauert auch ein
wenig bis die Wirkung einsetzt. Hornspäne haben Größe von 5mm und mehr. Dies ist
ein beständiger Sticksoffdünger mit Langzeitwirkung. Es dauert mehrere Monate
bis über ein halbes Jahr bis das Horn abgebaut ist. Dabei wird langsam aber
stetig etwas Nährstoff abgegeben. Die Düngerwirkung ist relativ sanft und
schadet dem Boden nicht weswegen Hornspäne auch wieder verstärkt beim
biologischen Anbau zum Einsatz kommen. Eine Veränderung des PH Wertes findet
nicht statt.
Vielfältige Düngemöglichkeiten für den Garten
Im Garten sieht das völlig anders aus. Gut gepflegte Böden sind reich an
Mikroorganismen. Sie setzen während der Vegetationsperiode einen gleichmäßigen
Nährstoffstrom in Gang, der aus Gartenkompost wie aus altem Herbstlaub, Stroh,
Hornspänen, Guano oder Knochenmehl gespeist werden kann. Allerdings sind die
Inhaltsstoffe sehr unterschiedlich. Hat normaler Gartenkompost ausgeglichene,
niedrige Nährstoffwerte, so gelten Hornspäne mit 14% Reinstickstoff als
stickstoffbetonter Dünger. Knochenmehl enthält besonders viel Phosphor (22 bis
30%). Buchenholzkohle liefert reichlich Kalium (6 bis 10%), Magnesium (10%) und
Calcium (20%). Mit diesen hohen Werten sollte man Knochenmehl und
Buchenholzkohle nur nach einer Bodenuntersuchung verwenden.
Grünmasse - die perfekte natürliche Düngung
Gründüngung kann mehrfach positiv auf den Boden wirken. Ölrettich, Bitterlupine,
Zottelwicke oder Bienenfreund (Phacelia) liefern nicht nur viel Grünmasse als
Nährstoffdepot für nachfolgende Kulturen. Sie durchwurzeln auch den Boden,
lockern ihn auf, verbessern die Struktur und die Wasseraufnahme und halten
Unkraut fern. Schmetterlingsblütler wie Lupinen, Inkarnatklee und Zottelwicke
sind außerdem in der Lage, Luftstickstoff zu sammeln. Senf und Studentenblume
schließlich verbessern die Bodengesundheit. Es lohnt sich daher, auch im Garten
Gründünger zu säen, wenn Flächen vorübergehend nicht genutzt werden.
Weitere Informationen:
www.cma.de