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aut.raumproduktion.machen

Nachhaltige Architektur für Afrika

Auf Augenhöhe und mit anspruchsvoller Architektur errichtete Schulen, soziale Zentren, Parks und ein Festspielhaus

Ausstellung: 21. Mai bis 11. September 2010
Ort: aut. architektur und tirol
geöffnet: Di-Fr 11 - 18 Uhr, Do 11 - 21 Uhr, Sa 11 - 17 Uhr, an Feiertagen geschlossen

Als Teil der Ausstellung realisierten SchülerInnen des BORG Innsbruck unter der Leitung von Monika Abendstein und Michael Engele im aut eine Lehmwand / Bild: aut.

Basierend auf der konkreten Situation vor Ort, unter Verwendung lokal verfügbarer Baumaterialen und in Zusammenarbeit mit den Menschen realisiert der aus Burkina Faso stammende Architekt Diébédo Francis Kéré ökonomisch, ökologisch und gesellschaftlich nachhaltigen Projekte. Ein kleines Schulhaus in seinem Heimatdorf Gando genauso wie das derzeit medial viel beachtete, von Christoph Schlingensief initiierte, Projekt eines "Festspieldorfs" für Afrika. Ausgehend von seinen Projekten bauen Schüler des BORG Innsbruck mit dem Künstler Michael Engele im aut eine Lehmwand, die die Verbindung einer traditionellen Bauweise mit innovativer Technik erfahrbar macht.

2004 erhielt Diébédo Francis Kéré den höchstdotierten Architekturpreis der islamischen Welt, den Aga-Khan-Award. Die Auszeichnung erhielt der aus Burkina Faso stammende Architekt für eine, noch während seines Studiums in Berlin entworfene Schule in seinem Heimatdorf Gando. Die frühere Schule war einsturzgefährdet, Kéré - ältester Sohn des Dorfhäuptlings - sollte sie retten. Um Geld für den Schulbau aufzutreiben gründete er den Verein "Schulbausteine für Gando", der inzwischen auch weitere Projekte unterstützt.

Der Bau einer Lehmwand machte Kindern im BORG Innsbruck, ausgehend von Francis Kérés Projekten, die Verbindung einer traditionellen Bauweise mit innovativer Technik erfahrbar / Bild: aut.

Wesentlich bei all diesen Projekten ist, dass Kéré zwar sein in Berlin erworbenes Wissen in die Heimat zurückbringt, aber nicht auf dem für Entwicklungshilfe oft charakteristischen linearen Weg, wo von oben herab geholfen wird. Basierend auf der konkreten Situation vor Ort - dem Klima genauso wie der lokalen Ökonomie und Kultur - entstehen seine Projekte in Zusammenarbeit mit den Menschen für die Menschen, auf Augenhöhe. Aus Lehm, einem Material, das vor Ort günstig verfügbar ist, entwickelt er Prototypen, die sich natürlich belüftet den klimatischen Bedingungen ideal anpassen. Er entwickelte eine Methode, den Lehm so anzumischen, dass er dem Regen standhält. Ergänzt durch die Anwendung neuer Konstruktionsprinzipien wird aus der traditionell temporär ausgerichteten Bauweise eine dauerhafte und raumklimatisch hochwertige.

Durch die lokale Beteiligung am Bauprozess können nicht nur die Kosten gering gehalten werden. Das Wissen wird weitergegeben, die Menschen identifizieren sich stark mit den Bauten. Es ist aber auch ein - von Europa aus betrachtet - unkontrollierbarer, unplanbarer Prozess den Kéré mit "einfach machen" umschreibt. Sein jüngstes, derzeit medial viel beachtetes Projekt eines "Festspielhauses" für Afrika, beschreitet den gleichen Weg. Das von Christoph Schlingensief initiierte Projekt hat durch die Jahrhundertflut im vergangenen Jahr eine neue Dimension bekommen. Aus dem Opernhaus soll ein ganzes "Operndorf" werden, das ähnlich einem traditionellen afrikanischen Dorf aus kleinen Modulen besteht, die sich schneckenförmig um einen zentralen Platz versammeln. Module, die auch von obdachlos gewordenen Flutopfern bewohnt werden können, die soweit wie möglich lokale Baustoffe wie Lehm verwenden und vor Ort umsetzbar sind. "Während wir bauen, lehren wir die Menschen, wie sie selber ihre Häuser bauen und so entwickelt sich was." (Christoph Schlingensief)

Ausgehend von Francis Kérés Projekten bauen Schüler des BORG Innsbruck mit dem Künstler Michael Engele im aut eine Lehmwand, die die Verbindung einer traditionellen Bauweise mit innovativer Technik erfahrbar macht.

Diébédo Francis Kéré
geb. 1965 in Gando (Burkina Faso); 1995-2003 Studium der Architektur an der TU Berlin; 1999 Gründung des Vereins "Schulbausteine für Gando"; seit 2001 freischaffender Architekt; seit 2004 Lehrbeauftragter an der "Habitat Unit" der TU Berlin; lebt und arbeitet in Berlin und Burkina Faso; 2004 "Aga Khan Award for Architecture" für die Volksschule Gando (BF); 2009 Global Award for Sustainable Architecture, Paris

Bauten und Projekte (Auswahl)
2001-08 Grundschule, Erweiterung und Lehrerhäuser, Gando (BF); Girl's Boarding School, Dattigaon, (Indien); Ideenwettbewerb Nation Station, Fuerteventura (ES); Forschungsprojekt Schul-Prototypen, Jemen; 2007 Gymnasiumserweiterung, Dano (BF); 2009 Wettbewerb Internationales Konferenzzentrum Ouagadougou (BF); 2009/10 National Park, Bamako (Mali); seit 2008 Operndorf Afrika (gem. mit Christoph Schlingensief)

Die Ausstellung ist Bestandteil der Ausstellungsserie von aut.raumproduktion verstetigen identifizieren verteidigen besetzen machen.

Weitere Informationen:
aut. architektur und tirol
Lois-Welzenbacher-Platz 1 • 6020 Innsbruck
Tel.: 05 12 -57 15 67
eMail: office@aut.cc
web: www.aut.cc

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