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Ausstellungen

Glenn Murcutt. architecture for place

Eine Ausstellung der Architecture Foundation Australia in Zusammenarbeit mit dem Architekturzentrum Wien

Ausstellung: 10. November 2011 - 13. Februar 2012
Ort: Architekturzentrum Wien - Alte Halle
Öffnungszeiten: täglich 10-19 Uhr

Ausstellung Glenn Murcutt. architecture for place / Foto: Pez Hejduk

Glenn Murcutt, Pritzker-Preisträger (2002) und Australiens international bekanntester und bedeutendster Architekt, zeichnet sich durch eine künstlerisch eigenständige Position aus, die sich jedem Mainstream konsequent verweigert. Murcutt hat ein kleines Privatatelier und sieht für seine Vision und Realisierung der Architektur keine Notwendigkeit, sich Computer und neuer Medien zu bedienen. Er zeichnet und baut - zukunftsweisend und anachronistisch zugleich - ganz allein ein Haus nach dem anderen, und so sind in den letzten 40 Jahren dennoch mehr als 500 Bauten entstanden, alle in Australien, fast ausschließlich Wohnhäuser und bis auf wenige Ausnahmen von ihm alleine entworfen, geplant und unter seiner Aufsicht umgesetzt.

Marika-Alderton House, Eastern Arnhem Land, Northern Territory, 1991-1994 / Foto: Glenn Murcutt

Die Ausstellung konzentriert sich auf die wesentlichen Elemente seines Werkes und erschließt diese vor allem auch über die Technik seiner Zeichnungen, die für ihn ein essentielles Instrumentarium der Entdeckung darstellen. "Architektur bereitet die fantastische Möglichkeit des Entdeckens… es ist wie die Arbeit des Wissenschaftlers, der zwar die Antwort noch nicht kennt, dafür aber den Weg dorthin… Das ist es, was mich antreibt, die Lust, den Weg der Entdeckung zu beschreiten." Murcutt liest die Landschaft gleich wie einen Text - und alle Informationen, die er aus diesem landschaftlichen Text gewinnt, fließen in seinen Entwurfsprozess ein und werden zu Gebäuden, welche die positiven Qualitäten der natürlichen Umgebung in das tägliche Leben der Bewohner einbezieht.

Murcutts spezifische Position bei der Entwicklung der Moderne ist durch einen starken Bezug zu traditionellen Bauweisen unter Einsatz lokaler Materialien charakterisiert, die Form ist dabei klimatisch und architektonisch optimiert und wird mit intelligenten Details umgesetzt. Die Häuser wirken geradezu "montiert", die einzelnen Bauteile sind im Hinblick auf zukünftige Demontage und Wiederverwendung miteinander verbunden. Gebäude mit minimaler Auswirkung auf die Umwelt zu realisieren, stellt für ihn die eigentliche kreative Arbeit dar. Durch diese Konzentration auf einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt waren seine Bauten dem heutigen internationalen Trend zur Nachhaltigkeit in der zeitgenössischen Architektur immer schon voraus.

Simpson-Lee House Innenaufnahme, Mount Wilson, Neusüdwales, 1988-1993 / Foto: Anthony Browell

Zur Ausstellung
Nach dem sensationellen Erfolg der Sommerausstellung mit Alexander Brodsky wird nun ein weiterer Vertreter der von Dietmar Steiner proklamierten "slow architecture" erstmals im Architekturzentrum Wien präsentiert. Die von der Architecture Foundation Australia konzipierte Ausstellung konzentriert sich auf realisierte private Wohnhäuser, anhand derer die Position und die Ideen von Murcutt am besten nachvollzogen werden können. Die präzisen Fotografien von Anthony Browell geben Zeugnis über die Harmonie von Gebäude und Natur und unterstreichen Murcutts architektonische Grundeinstellung zum nachhaltigen und zukunftsfähigen Bauen. Großformatige Pläne, erste Entwurfsskizzen und Ausführungspläne erschließen neben einem Video mit Glenn Murcutt seine Arbeitsweise. Neben dem preisgekrönten Arthur and Yvonne Boyd Art Centre in Riversdale, Neusüdwales, werden weitere Projekte überblicksartig vorgestellt.

Zur Person Glenn Murcutt
1936 während einer Europareise seiner Eltern in London geboren, verbrachte er seine frühe Kindheit in Papua-Neuguinea, bevor er 1941 mit seiner Familie nach Sydney zog, wo er von 1956 bis 1961 sein Studium am "Sydney Technical College", der heutigen "University of New South Wales", absolvierte. Nach einer Studienreise durch Europa und Praxiserfahrungen in führenden Architekturbüros eröffnete er 1969 sein eigenes Atelier. Ohne feste Mitarbeiter und nur projektbezogene Kooperationen nutzend, verfolgt er in seinem Ein-Mann-Atelier eine Architektur, die ihre Wurzeln in der autochthonen australischen Kultur, im unterschiedlichen Klima und der verschiedenartigen Topographie des Kontinents hat, während er international als Professor an Universitäten in der ganzen Welt unterrichtet und Vorträge hält. Darüber hinaus ist Glenn Murcutt neben Richard Leplastrier, Peter Stutchbury, Brit Andresen, Ian Athfield und Lindsay Johnston Gründungsmitglied der Architecture Foundation Australia, einer Non-Profit-Organisation, die neben der Architecture Summer School auch die Irish-European Architecture Master Class und die Glenn Murcutt International Master Class anbietet.

Rahmenprogramm zur Ausstellung

Studio Visits
Atelierbesuche und Führung durch die Ausstellung "Glenn Murcutt. architecture for place"
Fr, 18.11.2011, 14.00 Uhr Treff Az W Shop

  • 14.30-15.30 Uhr Atelierbesuch 1: propeller z, Mariahilferstraße 101, 1060 Wien
  • 15.45-16.45 Uhr Atelierbesuch 2: HOLODECK architects, Friedrichstraße 6, 1010 Wien
  • 17.15-18.15 Uhr Ausstellungsführung "Glenn Murcutt. architecture for place" im Az W

Werkvortrag
Peter Stutchbury. Tracing Pathways
Fr, 18.11.2011, 19 Uhr, Podium Az W

Eine gleichwertige Relation zwischen ökonomischem Bauen, Kreativität und Anpassung an die örtlichen Gegebenheiten bildet das architektonische Leitmotiv Peter Stutchburys, der neben Glenn Murcutt einer der sechs Gründungsmitglieder der Architecture Foundation Australia ist. Der Schwerpunkt im Werk Stutchburys ist die Auseinandersetzung mit der Lebensweise der indigenen Bevölkerung, die er in Australien, Afrika und Asien erforschte. Die in dieser Zeit realisierten Bauten wie das "Israel House", die "New Design Faculty and Art Gallery/Universität Newcastle" sowie einige Wohnhäuser sind Ergebnisse seiner Studienreisen. Seit 1981 ist Stutchbury weltweit an diversen Universitäten als Professor für Architektur und Design tätig. Er selbst bezeichnet Gebäude als "Räume der Bildung, als die Brücke zwischen einem Spaziergang in der Wildnis und einer Wanderung durch die Gedankenwelt". In seinem Werkvortrag präsentiert Peter Stutchbury ein Verständnis von Architektur, welches Bauen und Natur in harmonischen Einklang bringt.

Im Rahmen der Ausstellung werden Fixführungen angeboten:
Jeweils Mittwoch, 16.11.2011 / 14.12.2011 / 11.01.2012 / 08.02.2012 um 18 Uhr

Weitere Informationen:
Architekturzentrum Wien
Museumsplatz 1, im MQ • 1070 Wien
Tel.: 01 - 5 22 31 15
Fax: 01 - 5 22 31 17
eMail: office@azw.at
web: www.azw.at 

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