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Ausstellungen

ERSCHAUTE BAUTEN

Architektur im Spiegel zeitgenössischer Kunstfotografie

Ausstellung: 7. Dezember 2011 - 22. April 2012
Ort: MAK-Ausstellungshalle, Weiskirchnerstraße 3, 1010 Wien
geöffnet: Di MAK NITE© 10 - 24 Uhr, Mi-So 10 -18 Uhr
        ab 1. Januar 2012: Di MAK NITE© 10.00-22.00 Uhr

MAK-Ausstellungsansicht Exhibition View, 2011 / Erschaute Bauten: Architektur im Spiegel zeitgenössischer Kunstfotografie / MAK-Ausstellungshalle: Im Vordergrund Andreas Fogarasi "Untitled (Wise Corners)", 2010 / © Wolfgang Woessner/MAK

Werke bedeutender zeitgenössischer Künstler und Künstlerinnen eröffnen in Erschaute Bauten. Architektur im Spiegel zeitgenössischer Kunstfotografie ungewöhnliche Perspektiven auf Bauwerke, wie sie in der beauftragten Architekturfotografie nicht zu finden und der alltäglichen Wahrnehmung versagt sind. Basierend auf der Fähigkeit zeitgenössischer Kunst, neue Sichtweisen auf Bestehendes zu liefern, ermöglicht Erschaute Bauten auch einen Blick hinter die Kulissen von Gebäuden. Gleichzeitig thematisiert die Ausstellung die Bedeutung zeitgenössischer Kunstfotografie für das Verständnis von Architektur sowie die wechselseitige Beeinflussung der beiden Kunstrichtungen.

"Kaum ein Bereich wirkt sich auf unser Leben so nachhaltig aus wie Architektur, Urbanismus und Stadtplanung, bewegen wir uns doch ständig in gebauter Realität. Architektur muss mehr sein als Skulptur gewordene Stadtplanung, sie muss im Alltag funktionieren. Wenn Kunst sich mit gebauter Architektur befasst, sind bestehende Maßstäbe der Architekturlehre für einen Augenblick außer Kraft gesetzt - was uns im betreffenden Moment interessiert, ist der andere, künstlerische Blick auf Bauten und was dahintersteht", so MAK-Direktor Christoph Thun-Hohenstein zur Intention der Schau.

Thomas Struth "Le Lignon (horizontal) Genf", 1989 / © Thomas Struth; courtesy private collection Düsseldorf

Unterteilt in acht Themenkreise - Restaurierung, Reanimation, Wohnen, Utopische Visionen, Dekonstruktion, Fragmentierung, Kritik und Systemanalyse - zeigt Erschaute Bauten in erster Linie Werke der einflussreichsten zeitgenössischen Künstler, die mit ihren Fotografien in den letzten Jahren einen Wandel der Sichtweise und des Stellenwerts der Fotografie bewirkt haben. Sowohl Künstler als auch Ausstellung konzentrieren sich auf Bauten des 20. und 21. Jahrhunderts mit Kultstatus, darunter Werke von Proponenten der Moderne wie Frank Lloyd Wright, Erich Mendelsohn, Berthold Lubetkin und der Tecton Group, Ludwig Mies van der Rohe, Le Corbusier, Philip Johnson und Ernst Plischke sowie zeitgenössischer Architekten wie Frank O. Gehry, Herzog & de Meuron, Kenzo Tange und Peter Zumthor.

Eine besondere Bedeutung kommt Rudolph M. Schindler zu, mit dessen Vermächtnis das MAK eine langjährige Beziehung verbindet - nicht zuletzt führte diese zur Gründung des MAK Center for Art and Architecture in Los Angeles sowie des MAK-Schindler-Stipendiatenprogramms in den Mackey Apartments. Erschaute Bauten zeigt, verteilt auf unterschiedliche der acht Themenkreise, als neunte Untergruppe Arbeiten von Künstlern und Künstlerinnen zu Schindlers Architektur.

Künstler und Künstlerinnen erhalten oft Zugang zu Gebäuden, die nicht öffentlich besichtigt werden können; mit ihren Arbeiten vermögen sie etwa auch sozioökonomische Prozesse zu offenbaren oder die Auswirkungen der Zeit zu konterkarieren. "Die Zeit übt einen großen Einfluss auf Architektur aus, da der allmähliche Verfall das Erscheinungsbild und die Funktionalität eines Gebäudes verändert. Das Gebäude kann daher ein Schatten dessen sein, was in der Vorstellung des Betrachters existiert, die von Fotografien aus der Zeit kurz nach Fertigstellung des Gebäudes geprägt ist", gibt Simon Rees, Kurator der Ausstellung, einen Einblick in das Mehr an "Erschauen", das die einzelnen Ausstellungssegmente ermöglichen. Eröffnet wird auch der Blick dorthin, wo gemeinhin nicht fotografiert wird, etwa auf kleine Details, die in Gesamtaufnahmen legendärer Bauwerke nicht erfasst sind.

Joachim Koester "The Kant Walks #1", 2003–2004 / © Joachim Koester; courtesy Sammlung Verbund, Wien

Erschaute Bauten versammelt Werke von Künstlern und Künstlerinnen weltweit, darunter etliche Fotografen der "Düsseldorfer Fotoschule", und bietet damit einen internationalen Überblick über Architektur in der Kunstfotografie. Die teilnehmenden Künstler sind: Sabine Bitter & Helmut Weber (AT), Mladen Bizumiæ (NZ/AT), José Davila (MX), Werner Feiersinger (AT), Andreas Fogarasi (AT/HU), Cyprien Gaillard (FR), Andreas Gursky (DE), Gavin Hipkins (NZ), Candida Höfer (DE), Geoff Kleem (AU), Joachim Koester (DK), Luisa Lambri (IT/ US), Thomas Locher (DE), Marko Luliæ (AT), Dorit Margreiter (AT), John Massey (CA), Maix Mayer (DE), Sarah Morris (UK/US), Warren Neidich (US/DE), Sandra Peters (DE), Pia Rönicke (DK), Thomas Ruff (DE), Allan Sekula (US), Thomas Struth (DE), Hiroshi Sugimoto (JP/US), James Welling (US), Jane & Louise Wilson (UK) und Tobias Zielony (DE)

Mit ihrem spartenübergreifenden kuratorischen Ansatz spiegelt Erschaute Bauten auch das Kernanliegen des MAK wider, Kunst, Architektur und Design sowie deren Schnittstellen zu thematisieren, disziplinenübergreifend zu verbinden und zu erforschen, ob - und wie - sie transformiert werden können. Christoph Thun-Hohenstein: "Erschaute Bauten versteht sich als Baustein für einen nachhaltigen Dialog zwischen Kunst und Kultur. Die Ausstellung liefert künstlerische Erkenntnisse zu Kernfragen der Architektur und ist daher mit ihrer Eröffnung nicht abgeschlossen, ganz im Gegenteil: Sie beginnt zu wachsen, indem sie Architekturschaffende und alle anderen Architektur Interessierten zu Reaktionen einlädt, die an die Künstlerinnen und Künstler weitergeleitet werden und diese wiederum zu Gegenreaktionen veranlassen sollen."

Dieser diskursive Ansatz wird auch in einem umfassenden Rahmenprogramm mit Veranstaltungen für Besucher und Besucherinnen aller Altersgruppen deutlich. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Diskussionen mit den beteiligten Künstlern und Künstlerinnen sowie Architekten und Architektinnen. Eine interaktive Dialogplattform (nähere Infos unter MAK.at/EB) bietet parallel dazu sowohl Besuchern als auch geladenen Experten die Möglichkeit, die Bedeutung der Ausstellung für die zeitgenössische Kunst und Architektur zu erörtern. Als Teil der Präsentation werden diese Beiträge in ständig aktualisierter Form sicht- und hörbar gemacht und als Archivmaterial für weitere Ausstellungen gesammelt.

Anlässlich der Ausstellung startet das MAK in Zusammenarbeit mit dem Volltext Verlag das mehrmals jährlich erscheinende zweisprachige (dt./engl.) Magazin MAK/zine. Die erste Ausgabe ist der Ausstellung ERSCHAUTE BAUTEN gewidmet und enthält Essays zum Verhältnis von Kunst, Architektur und Fotografie.

Weitere Informationen:
MAK - Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst
Stubenring 5 • 1010 Wien
Tel.: 01 - 7 11 36-0
Fax: 01 - 7 13 10 26
eMail: office@mak.at
web: www.mak.at

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