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Ausstellungen
Adolf Loos und WienAusstellung: 1. Dezember 2011 bis 17. Februar 2012 Adolf Loos gilt als Wiens wichtigster Architekt und Architekturpublizist von internationaler Bedeutung und als Wegbereiter der Moderne. Nach mehr als 20 Jahren, die seit der letzten wichtigen Ausstellung über sein Werk vergangen sind, widmet sich die neue Schau im Ausstellungszentrum im Ringturm den unterschiedlichen Aspekten des Schaffens in Loos' Wahlstadt. Die Ausstellung präsentiert die Ergebnisse der jahrelangen Forschungen des Architekturhistorikers Marco Pogacnik (Universität Venedig). Nach großen monografischen Ausstellungen über Mies van der Rohe (Haus Tugendhat), Sverre Fehn, Josef Plecnik sowie Bohuslav Fuchs und Boris Podrecca fügt sich nun Wiens international bekanntester Name Adolf Loos in die Reihe "Architektur im Ringturm" der Vienna Insurance Group. Die Bedeutung des titelgebenden Themas "Adolf Loos und Wien"wird unter drei Gesichtspunkten näher betrachtet: Vorreiter für Wiens Avantgardisten Adolf Loos war geprägt von seinen "anglosächsischen Erfahrungen" - er lebte 1893 bis 1896 in den USA und machte vor seiner Rückkehr nach Kontinentaleuropa einen längeren Zwischenstopp in London. Dieser starke Einfluss - von entsprechenden kulturellen Feinheiten bis hin zu Alltagsgewohnheiten, Nahrung oder Kleidung - spiegelt sich in zahlreichen Wohnungseinrichtungen von Adolf Loos wider. Vergleichende Darstellungen mit Originalmöbelstücken geben in der Ausstellung dreidimensional Zeugnis davon. "Im Jahre 1909 hatte Loos eine intellektuelle Reife erlangt, die ihm ein großes Sicherheitsgefühl für die eigenen Mittel und die eigenen Fähigkeiten gab, eine Sicherheit, die ihn unnachgiebig gegenüber jeglichem mittelmäßigem Kompromiss machte. Um eine Synthese der formalen Bestrebungen der eigenen Epoche zu erreichen, pflegte Loos die Vorstellung, dass der Beruf des Architekten gleichzeitig individuell und gemeinschaftlich, kreativ und anonym, einzigartig und kollektiv sein müsse. Wichtiger als die Autorenschaft war für Loos die Autorität der Architektur", beschreibt Kurator Marco Pogacnik Adolf Loos' Zugang zur Architektur. Adolf Loos' Pläne für Wien Adolf Loos: "Es ist etwas besonderes um den Baucharakter einer Stadt. Jede hat ihren eigenen…Wienerisch ist der gerade Gesimsabschluss ohne Dächer, Kuppel, Erker und andere Aufbauten …Und dann haben wir den Kalkverputz … Denn es hat ganz bestimmte Gründe, warum Danzig eine Ziegelrohbau- und Wien eine Kalkputzstadt ist (…) Fischer von Erlach brauchte keinen Granit, um sich verständlich zu machen. Aus Lehm, Kalk und Sand schuf er Werke, die uns so mächtig ergreifen … Ein König im Reiche der Materialien" Nicht zuletzt ist auch die städtebauliche Integration des so genannten Loos-Hauses in den urbanen Kontext eine Meisterleistung, die in diesen Themenbereich fällt und mit einem Umgebungsmodell dargestellt wird. Erhaltene Skizzen und Zeichnungen seiner legendären "Stadtwanderungen" geben diese avantgardistische Sicht auf Wien wieder. In Abbildungen zum Stadtplan von 1908 werden Bezüge zu den Architekturvorbildern von Adolf Loos in Beziehung gesetzt, um die von Loos immer wieder angesprochenen architektonischen Vorbilder nachvollziehbar zu visualisieren. Bewegte Bildmontagen, die auf Basis von großmaßstäblichen "scans" des Michaelerplatzes und der Fassade des Loos-Hauses (durchgeführt von Spezialisten des Denkmalamtes der Stadt Venedig) hergestellt wurden, beweisen die hervorragende städtebauliche Einpassung seines Hauptwerkes in den Michaelerplatz aus wechselnder Perspektive. In vier Bildanimationen werden städtebauliche Integration, bauliche Eigenheiten, architektonische Vorbilder und räumliche Komposition anschaulich vermittelt. Versuch eines Meisterwerkes Vom Finden des Grundstückumrisses nach Abriss der Vorgängergebäude über die ersten Planungsschritte, der Fertigstellung über mehrere Um- und Ausbauten bis hin zur Wiederherstellung des Originalzustandes wird - chronologisch geordnet - in einzigartigen Dokumenten die Entstehungsgeschichte des Loos-Hauses nachgezeichnet und dessen Bedeutung in der Architekturgeschichte vermittelt. Kurator Marco Pogacnik: "Das Haus am Michaelerplatz ist das erste Gebäude, in dem Loos auf vollkommene Weise den Raumplan anwandte - jenes kompositorische Prinzip, das er selbst als eine der wichtigsten in der Architektur des zwanzigsten Jahrhunderts eingeführten Innovationen beschrieb. Dieses Prinzip des Raumplans scheint in seinen früheren Entwürfen nicht auf, ja sogar nicht einmal im gleichzeitigen Entwurf des Hauses Steiner." Insbesondere die akribische Transkription der handschriftlichen Bauakten (im begleitenden Katalog dokumentiert) überliefert den Streit zwischen Stadtverwaltung und Bauherrn um die Fassade und arbeitet ein Stück Stadtgeschichte auf. Heute ist dieser Streit eine stadtbekannte Anekdote. Während des gesamten Streits stand der Bauherr loyal stärkend hinter seinem Architekten und half, gegen die starre ablehnende Haltung der Stadtverwaltung anzukommen. In der Ausstellung werden auch Kleidungsstücke der damals wohl hervorragendsten Herrenschneiderwerkstatt Goldman & Salatsch aus der Modesammlung des Wien Museums gezeigt. Katalog Preis 28 Euro; Studenten, Schüler, Präsenz- und Zivildiener, Pensionisten (mit gültigem Ausweis): 15 Euro Weitere Informationen: |