bauinfo24.at
Home Projekte News Planer Fachfirmen Produkte Dienstleistungen Hersteller Publikationen Links
News | Energie, Haustechnik
Schnell zum Ziel
Newsletter
Aktuelle Meldungen über interessante Projekte, wichtige Ereignisse und Veranstaltungen. Der Bezug ist kostenlos und verpflichtet Sie zu nichts. Wir geben Ihre Daten garantiert nicht weiter! Zur Anmeldung
Medienpartner
Soziale Netzwerke
     
Energie, Haustechnik

Wärmepumpen

"Lasst endlich Fakten sprechen!"

Nur systemoptimierte und fachgerecht eingebaute Elektro-Wärmepumpen können beim Klimaschutz mit fossilen Heizsystemen konkurrieren / Bilder: Lokale-Agenda-21-Gruppe Energie, Lahr

Auf der einen Seite stehen die Hersteller, unterstützt von Energieversorgern: Neben einer durchaus vorhandenen differenzierten Betrachtungsweise stechen immer wieder Aussagen hervor, die Wärmepumpen als Allheilmittel gegen steigende Öl- und Gaspreise anpreisen. Kein Unterschied zwischen Neubau und Sanierung oder zwischen Luft- und Erdwärmepumpen - was zählt, ist das Schlagwort.

Auf der anderen Seite stehen die kritischen Vertreter von Umweltverbänden oder auch Handwerker, die sich zwar häufig ebenso differenziert äußern, sich oft genug aber in puren Anti-Strom-Polemiken ergehen oder beim genauen Hinsehen rasch der Holzpellets-Lobby zuzuordnen sind. Dem Verbraucher, der vor schwierigen und oft teuren Entscheidungen zur Zukunft seiner Heizungsanlage steht, nützt das ganze Geschrei am wenigsten.

Ergebnis übertriebener Wärmepumpen-Euphorie sind eingebaute Anlagen, die nach der ersten Strom-Jahresabrechnung zum bösen Erwachen geführt haben. Schon droht die Gefahr, dass die gesamte Technologie in Misskredit gerät. Doch Besserung in Sachen objektiver Information ist in Sicht. Das liegt schlicht daran, dass nun zahlreiche Anlagen einige Heizperioden hinter sich haben. Labor-Messwerte werden von echten Kennzahlen abgelöst, der Verkauf erfolgt nicht mehr nur "aus dem Prospekt heraus", sondern muss sich der negativen wie positiven Mundpropaganda stellen. Auch auf Seiten der Handwerkerschaft wird sich damit die Spreu vom Weizen trennen.

CO2-Kennzahl für Wärmepumpen
Ganz nüchtern sieht die Sache eine Arbeitsgruppe von "Wärmepumpen Marktplatz NRW", einer vom Land Nordrhein-Westfalen und der Wirtschaft getragenen Einrichtung: Die aus dem Wärmepumpenbetrieb, also aus dem Stromverbrauch, resultierenden CO2-Emissionen sollten sachlich beurteilt und allgemein verständlich vermittelt werden. Nach dem Vorbild der Automobilindustrie wird an eine Angabe in Gramm CO2 pro Kilowattstunde Heizwärme gedacht. In den Wert fließt zum einen die Leistungszahl ein, die für jede Wärmepumpe an einem Prüfstand unter Normbedingungen ermittelt werden soll. Außerdem werden die CO2-Emissionen berücksichtigt, die bei der Stromproduktion anfallen.

Der Mittelwert für den deutschen Strom-Mix beträgt laut Umweltbundesamt 562 g/kWh. Dem Einwand, die überhöhten Laborwerte einer Wärmepumpe würden in der Realität nicht annähernd erreicht, begegnen die Befürworter der CO2-Kennzeichnung mit einer einfachen Rechnung: Selbst Wärmepumpen mit einer schlechten Leistungszahl von nur 2,5 würden nach dieser Berechnung geringe CO2-Emissionen aufweisen. Mit der Erhöhung regenerativer Anteile am Strom-Mix und der Verbesserung der Kraftwerks-Wirkungsgrade sei zukünftig sogar von einer noch besseren Bilanz auszugehen.

Wärmepumpen-Tester unterwegs: Am separaten Strom- sowie am Wärmemengenzähler werden die monatlichen Messwerte abgelesen.

Zweijähriger Feldtest
Während der Wärmepumpen Marktplatz NRW von der Umweltfreundlichkeit jeder Wärmepumpe überzeugt ist, kommen die Initiatoren eines zweijährigen Feldtests zu differenzierteren Ergebnissen. Die Lokale-Agenda-21-Gruppe Energie in Lahr (Schwarzwald) hat 33 in Ein- und Zweifamilienhäusern installierte Elektro-Heizwärmepumpen zwischen Freiburg und Baden-Baden unter die Lupe genommen (Die detaillierten Ergebnisse des "Feldtests Elektro-Wärmepumpen" der Lokalen Agenda 21-Gruppe Energie Lahr stehen im Internet unter www.agenda-energie-lahr.de  zum Herunterladen als PDF bereit).

Den unabhängig arbeitenden Energieexperten ist gewiss keine Nähe zur Hersteller-Lobby vorzuwerfen - insofern sind die zum Teil ausgesprochen positiven Bewertungen ebenso ernst zu nehmen wie die unverblümt geäußerte Kritik: Erdreich-Wärmepumpen tragen deutlich zum Klimaschutz bei, während Luft-Wärmepumpen zum größten Teil durchgefallen sind. Fazit der Studie: Nur systemoptimierte und fachgerecht eingebaute Elektro-Wärmepumpen - in erster Linie Erdreich-Wärmepumpen - können bezüglich des Klimaschutzes mit fossilen Heizsystemen konkurrieren.

Autor: Stefan Kriz
Der Text steht als pdf-Download zur Verfügung.
Quelle: Bund Jahrbuch 2009, S. 156/157

Weitere Informationen:
Buchbestellung: www.ziel-marketing.de

© 2012 ABV Architekten und Bauherren Verlag GmbH
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der ABV Architekten und Bauherren Verlag GmbH