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Passivhaus für Olympia 2010

Das Österreich-Haus bei den Olympischen Spielen vom 12. bis 28. Februar 2010 in Kanada ist ein Passivhaus. Gebaut wurde es von Vorarlberger Unternehmen, dem Passivhaus-Haustechnikspezialisten Drexel und Weiss, Sohm-Holzbautechnik sowie dem Tiroler Fensterbauer Optiwin. Die ÖGNI zeichnet das Österreich-Haus mit einem DGNB-Vorzertifikat aus.
Österreichhaus in Whistler / Foto: Ira Nicolai / Weitere Fotos: www.oesterreichhaus.at

Passivhaustechnologie Made in Austria
Bauherr des Österreich-Hauses 2010 ist die APG. Sie ist der Zusammenschluss der drei Vorarlberger Unternehmen Sohm Holzbautechnik, Drexel und Weiss, des Ingenieurbüros DI Erich Reiner und der beiden Tiroler Firmen Optiwin und zweiraum Werbeagentur. Sämtliche Komponenten für das 250 Quadratmeter große und 1,3 Millionen Euro teure Gebäude wurden in Österreich gefertigt und per Bahn und Schiff nach Kanada gebracht.

Die Gebäudehülle des zweigeschossigen Hauses sowie die Außenanlagen hat die Alberschwender Holzbaufirma Sohm Holzbautechnik gefertigt und gemeinsam mit der kanadischen Baufirma Dürfeld Log Construction in Whistler errichtet. Die Fenster lieferte der Tiroler Fensterbauer Optiwin, die gesamte Haustechnik kommt von Drexel und Weiss energieeffiziente Haustechniksysteme mit Sitz in Wolfurt. Als Architekten konnten Treberspurg & Partner aus Wien gewonnen werden.

v.l.n.r.: kanadische Botschafterin Marie Gervais-Vidricaire, ÖOC-Präsident Leo Wallner, Sprecher der APG, Reinhard Weiss
© APG Austrian Passive House Group

Projektinitiator Reinhard Weiss von Drexel und Weiss sieht das Projekt als Botschaft an Nordamerika, wie das Raumwärmeproblem gelöst werden kann. Für die Austrian Passive House Group (APG), zu der sich die drei Unternehmen zusammengeschlossen haben, soll das Österreich-Haus außerdem der Startschuss für den Eintritt in den nordamerikanischen Markt sein. Auf dem Gebiet des energieeffizienten Bauens ist Europa dem amerikanischen Kontinent haushoch überlegen. Während es in Europa bisher rund 17.000 Passivhäuser, davon allein 4.150 in Österreich gibt, bringt es Nordamerika höchstens auf 50 Häuser in Passivhausqualität. Das Österreich-Haus bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver und Whistler soll deshalb der Startschuss für eine umfangreiche Marketingaktion für das Passivhaus in Nordamerika sein.

Unterstützt wird die APG dabei maßgeblich von der Kanadischen Regierung und der Kanadischen Botschaft in Wien. "Im Moment exportieren wir unsere Technologie dorthin", sagt der Sprecher der APG und Initiator des Projekts, Reinhard Weiss von Drexel und Weiss in Wolfurt. "Langfristig wollen wir dort aber produzieren und werden deshalb auch Joint Ventures eingehen."

Die kanadische Stadt Whistler ist gemeinsam mit Vancouver Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2010
© Tourism Whistler/Leanna Rathkelly

Österreich-Haus bleibt in Whistler
Das Österreich-Haus ist nachklima:aktiv Passivhauskriterien ausgeführt und präsentiert österreichische Umwelttechnologie auf dieser weltweiten Bühne. Das Österreich-Haus soll nicht nur ein Publikumsmagnet und Kommunikationszentrum für AthletInnen, BetreuerInnen JournalistInnen, Sponsoren und Freunde Österreichs sein, sondern auch Botschafter österreichischer Spitzentechnologie für den Klimaschutz." Das erklärte Umweltminister Niki Berlakovich anlässlich der Unterzeichnung eines Kooperationsabkommens zwischen dem Lebensministerium und der Austrian Passivhouse Group (APG) zur besseren Vermarktung von Passivhaustechnologie Made in Austria in Kanada und Nord-Amerika.

Die offizielle Eröffnung findet am 10. Februar 2010 statt. Während der Olympischen Winterspiele und den anschließenden Paralympic Games werden das Österreichische Olympische Comité (ÖOC), der Österreichische Rundfunk (ORF) und die APG das Österreich-Haus gemeinsam nutzen. Erstmals wird das Österreich-Haus nach der Beendigung der Spiele nicht abgebaut, sondern bleibt am Schauplatz.

Das Österreichhaus in Whistler - Aussicht / © APG/Ira Nicolai

Erstes DGNB-Zertifikat für Gebäude in Kanada
Erstmals verleiht eine internationale Partnerorganisation der Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen DGNB ein Zertifikat - und dies für ein Gebäude auf nordamerikanischem Boden. Die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft ÖGNI zeichnete am 29. Januar 2010 das Österreich-Haus der olympischen Winterspiele in Vancouver, Kanada, mit einem DGNB-Vorzertifikat in Silber aus (architekten24.de berichtet).

Passivhausforum im März 2010 in Whistler
Im März 2010 veranstaltet die APG im Österreich-Haus gemeinsam mit der Außenwirtschaft-Österreich (AWO) und dem Canada-Green-Building-Council aus Vancouver ein österreichisch-kanadisches Wirtschaftsforum mit Kontaktbörse und Passivhaus-Fachtagung. Anschließend übernimmt die Stadt Whistler das Gebäude und wird es als eine Art Destination von SOS-Kinderdörfern für Kinder zur Verfügung stellen. Das Österreich-Haus kostet rund eine Million Euro. Finanziert wird es durch Sponsoren, die Gemeinde Whistler und dem ÖOC als Mieter.

Weitere Informationen:
www.bauen-sanieren.klimaaktiv.at www.klimaaktiv-gebaut.at 

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