
Die Preisträger des Pilgrampreises 2010 mit Prof. Arch. DI Maria Auböck und ZT Mag. Arch. Walter Stelzhammer, Foto Mag. Richard Watzke
Architektur & Naturstein - Preisverleihung in Wien
Die Vereinigung Österreichischer Natursteinwerke (VÖN), Linz, hat am 20. Mai
2010 in Zusammenarbeit mit der Bundeskammer der Architekten und
Ingenieurkonsulenten (bAIK), Wien, im Kuppelsaal der TU Wien den Pilgram Preis
2010 - Naturstein und Architektur verliehen.
Prämiert wurde die vorbildliche Gestaltung und technisch zeitgemäße
Konstruktion von Projekten unter maßgeblicher Verwendung von Naturstein aus
österreichischer Fertigung, ausgeführt von Naturstein-Fachbetrieben. Die Jury
hat nach eingehender Diskussion beschlossen, die ursprünglich vorgesehene
Preissumme (10.000 €) zu erhöhen und zwei mit jeweils 6.000 € dotierte Preise zu
vergeben.
Die Preisträger des Pilgram Preises 2010:
- Architekten nonconform architektur vor ort gemeinsam mit Arch. Friedrich H.
Mascher, Wien, für die Ortskerngestaltung in Maria Saal, Kärnten
- Arbeitsgemeinschaft Arch. DI Ernst Beneder und Arch. DI Anja Fischer, beide
Wien, für die Pfarrkirche in Gallspach, Oberösterreich

Ortskerngestaltung in Maria Saal. nonconform architektur vor ort, Wien / Foto: Paul Ott
Ortskerngestaltung in Maria Saal:
Die Ortskerngestaltung in Maria Saal macht den Anspruch der Architekten
deutlich, den geschichtlich hoch bedeutsamen Ort zu neuer Wirkung kommen zu
lassen, den Umraum mit Kirche durch die Pflasterung zusammenzufassen und bis zu
den umliegenden Häusern heranzuführen. Dies sei hervorragend gelungen, so die
Jury in ihrer Begründung. Und weiter: "Die streifenförmigen, mit Brechsand
verfüllten hell-dunklen Granitsteine passen sich der mehrfach gewölbten
Topografie und den Höhenschichten überzeugend an. Die natürliche
Oberflächenversickerung ist ökologisch vorbildlich gelöst. Die gesamte
Platzraumgestaltung erfolgt stufenlos und barrierefrei. Bemerkenswert ist das
Miteinbeziehen von Ortsansässigen während der Planung, sodass auch der soziale
Hintergrund gewährleistet ist."

Katholische Pfarrkirche in Gallspach. Arbeitsgemeinschaft
Arch. DI Ernst Beneder, Arch. DI Anja Fischer, Wien
Pfarrkirche in Gallspach:
Durch den erforderlichen Teilabbruch der alten Pfarrgebäude in Gallspach, so die
Jury, konnten die Architekten mit dem Neubau der Pfarrkirche unter
Berücksichtigung des mittelalterlichen Kirchturms und der Apsis ein
überzeugendes Beispiel für zeitgemäßes Bauen im Bestand umsetzen. Und weiter:
"Ein ringförmiger Baukörper umschließt über elliptischem Grundriss den gesamten
Kirchhügel mit Kirchenraum, Werktagskapelle, einem Innenhof mit Kreuzweg und
Aufbahrungshalle. Der Hanglage folgend durchdringt der Hauptbaukörper in
Holzkonstruktion auf massivem Sockel die alte Apsis und den Kirchturm. Für die
verschiedenen Innen- und Außenräume wurde reichlich Naturstein mit
entsprechender Oberflächenbehandlung verwendet. Präzise Natursteinelemente
komplettieren Kreuzgang und Altarbereich. Die schwierige Aufgabe einer
Neuinterpretation der alten Dorfmitte mit sakralem Hintergrund gelingt mit
sorgfältiger Planung und Bauausführung unter einfühlsamer Berücksichtigung des
historischen Bestandes."
Zusätzlich zu den Preisträgern zeichnete die Jury fünf weitere
Wettbewerbsbeiträge als "Besondere Anerkennung" aus:
- IBK - Fußgängerzone Innsbruck, Maria-Theresien-Straße. Planung:
AllesWirdGut Architektur, Wien
- Casa del Cipresso in Umbrien. Planung: Arch DI Gisela Podreka, Wien
- Pfarrzentrum der Stadtpfarre Wels. Planung: Frohring Ablinger
Architekten, Wels
- Wellnessbereich im Hotel Alpenhof in Flachau. Planung: LP architektur ZT
Arch. Tom Lechner, Altenmarkt
- Neugestaltung der Fußgängerzone Wien City (Kärnterstraße). Planung:
Architekt DI Clemens Kirsch, Wien
Mit den insgesamt 21 eingereichten Arbeiten werde eindrucksvoll nachgewiesen, dass mit
Naturstein der zeitgemäße Anspruch im Baugeschehen, der sowohl auf Ästhetik und
Lebensqualität als auch auf Dauerhaftigkeit und Wirtschaftlichkeit des Materials
abziele, in geeigneter Weise erfüllt werde, so die Vorsitzende der Jury, Prof.
Arch. DI Maria Auböck in einer abschließenden Wertung.
Weitere Informationen:
Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten
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