
Was früher ein Jahrhundertregen war, ist heute Alltag und kann jeden Hausbesitzer treffen. Die Überflutung des Kellers muss man aber nicht länger wehrlos hinnehmen /
© ACO Österreich/Baden
Der Sommer 2009 war besonders regenreich. Der Frühling 2010
hat uns mehr Feuchte beschert als üblich. Wir dürfen davon ausgehen, dass
Wetterwarnungen auch in den kommenden Monaten Alltag sein werden. Die
öffentlichen Kanalnetze sind zwar so dimensioniert, dass sie stärkere
Regenmengen aufnehmen können, bei außergewöhnlichen Starkregenereignissen sind
sie aber immer öfter überfordert.
Wasser, das nicht mehr abfließen kann, sucht andere Austrittsmöglichkeiten. Die findet es allzu oft bei Kellerfenstern oder Sanitäranlagen in Kellerräumen. Um diesen Wassereintritt zu verhindern, sind bauliche Maßnahmen wichtig - und
zwar bereits im Neubau. Was hier verabsäumt wird, lässt sich später kaum oder
nur sehr aufwändig nachholen.
Hier die sechs wichtigsten Maßnahmen im Überblick:
1. Wasserundurchlässiger Beton
Keller von Einfamilienhäusern werden heute üblicherweise mit Beton hergestellt,
mit Ortbeton (der vorgemischt in Schalungen gegossen wird) oder großflächigen,
meist raumhohen Fertigteilelementen. Hier ist darauf zu achten, dass Dichtbeton
verwendet wird. Darüber hinaus müssen Kellerwände mit außenliegender Dämmung
ausgeführt werden. Da die Dämmstoffe in diesem Bereich ständig besonders hohem
Erddruck und hoher Feuchtigkeit ausgesetzt sind, sie frost- und taubeständig
sein müssen, eignen sich hier nur zwei Materialien: extrudierte
Polystyrol-Hartschaumplatten und Schaumglas. Wichtig ist, dass die außenliegende
Dämmschicht auch beim Zuschütten der Baustelle unbeschädigt bleibt, weil sie
sonst einen Gutteil ihrer Schutzwirkung verlieren würde.
2. Fugenband
Wo Bodenplatte und Kellerwand aneinanderstoßen, entsteht naturgemäß eine Fuge.
Um hier Wassereintritt zu vermeiden, setzt man ein Fugenband ein. Dieses
Fugenband besteht üblicherweise aus einem besonders widerstandsfähigen
Kunststoff (PVC) und wird in die Schalung eingebunden. Das Fugenband beginnt in
der Bodenplatte und wird dann 20 bis 25 cm in der Außenwand hochgezogen. So
versperrt es dem Wasser den Weg durch die Fuge. Beim Einfüllen und Rütteln des
Betons ist entsprechend sorgsam vorzugehen, sodass das Fugenband nicht geknickt
oder beschädigt wird. Fehlerhafte Verarbeitung in diesem Bereich ist nur sehr
schwer sanierbar.
3. Rohrdurchführungen
Eine Durchdringung der Außenmauern lässt sich im Keller nicht vermeiden, weil
verschiedene Rohrleitungen und Kabel von innen nach außen und umgekehrt geführt
werden müssen. Wichtig ist, diese Durchdringungen wasserundurchlässig
herzustellen. Dazu gehört, dass sie die Bauteile rechtwinkelig durchstoßen.
Längsgeführte Leitungen in Fundamentplatten oder Kellerwänden sind auf jeden
Fall zu vermeiden. Der Schwachpunkt ist der Zwischenraum zwischen Wandung und
Leitung. Er muss sorgfältig mit Dichtungsmaterial ausgefüllt und abgedichtet
werden.

Bild: © ACO
4. Hochwasserdichte Leibungsfenster
Konventionelle Kellerfenster sind bei Hochwasser besonders kritisch, außer sie
sind speziell ausgerüstet wie das hochwasserdichte Leibungsfenster von ACO.
Seine Zuverlässigkeit beruht auf der Kombination mehrerer
Sicherheitsvorrichtungen: Je nach Fenstergröße verbinden 11 bis 23 Schließpunkte
den Fensterflügel mit dem Fensterrahmen. Selbst bei größtem Wasserdruck verformt
sich dieses Fenster, dessen äußere Scheibe aus versiegeltem VSG-Glas besteht,
nicht im Geringsten. Spezielle Dichtungen zwischen Flügel und Fensterrahmen
versperren dem Wasser auch diesen Weg. Der Sicherheitsbeschlag mit pilzförmigen
Schließzapfen sorgt für zusätzlichen Einbruchschutz.
5. Druckwasserdichter Lichtschacht
Wasser, das nicht versickern kann, steigt nach oben - und findet sehr oft einen
Ausweg in Lichtschächten, wo es dann gegen die Kellerfenster drückt. Das lässt
sich verhindern, wenn man druckwasserdichte Lichtschächte verwendet, wie ACO sie
anbietet. Sie bestehen aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Die Gitterstruktur
macht den Lichtschacht besonders robust. Jeder Korpus verfügt über vorgeformte
Ablauf- und Kittrollen. Um drückendes Wasser aus der Kanalisation zu stoppen,
kann der ACO Lichtschacht optional mit einem Rückstauverschluss ausgestattet
werden. Natürlich muss ein druckwasserdichter Lichtschacht entsprechend
fachgerecht montiert werden, so dass kein Wasser zwischen Lichtschacht und
Mauerwerk eindringen kann.

Bild: © ACO
6. Rückstauklappe im Keller
Entscheidend ist, die tiefliegende Kanalisation im Gebäude sowie die Abflüsse in
den Bodenplatten gegen Rückstau zu sichern. Dafür bietet ACO hochwertige
Rückstausysteme, die sich durch ihre Konstruktion und den modularen Aufbau auch
in der Sanierung einsetzen lassen. Zusätzlich empfehlen die Experten von ACO
auch alle Abwasserrohre mit Rückstauklappen auszustatten, eine Maßnahme, die
sich rasch und kostengünstig umsetzen lässt und vielen Schäden vorbeugt. "Das
Einsetzen von Rückstauklappen ist zwar teilweise im Nachhinein möglich, sollte
jedoch trotzdem bereits bei der Planung beachtet werden", betont Mag. Martin
Lackner, ACO. "Fehler bei den Kellerwänden und der Verzicht auf Hochwasserschutz
bei den Leibungsfenstern sind gar nicht oder nur unter größtem Aufwand
sanierbar." Deshalb seine Empfehlung: "Machen Sie den Keller so dicht wie
möglich, und zwar von Anfang an."
Weitere Informationen:
www.kellerschutz.de