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Panoramahaus Dornbirn | Übersicht
Konstruktion

Kommentar zur statischen und konstruktiven Konzeption

Die Pfahlgründung des Hauses steht auf einer 20 m mächtigen Sandschicht in rund 20 m unter Gelände. Unterhalb der Sandschicht folgt der im Rheintal häufig anzutreffende Seeton, eine setzungsempfindliche, schwierig zu behandelnde Bodenart.

Aufgrund dieser Problematik sind sowohl Gesamtsetzungen des Gebäudes als auch Differenzsetzungen der Pfähle untereinander unvermeidlich. Seitens des Bodenmechanikers wurden die Differenzsetzungen mit
15 mm prognostiziert. Das scheint auf den ersten Blick nicht viel zu sein, verursacht in den Stahlbetondecken jedoch hohe Beanspruchungen, die ohne besondere Maßnahmen praktisch nicht beherrscht werden können. Dieser Umstand wird noch durch ungleichmäßige Belastungen verschärft.

Um diesem Problem Herr zu werden wurden einerseits die Flachbauten von der Ellipse durch Fugen getrennt und andererseits im Bereich des Hochhauses eine massive 1,40 – 1,70 m dicke Bodenplatte ausgeführt. Diese Platte verhindert eine mögliche Schiefstellung des elliptischen Hochhauses.

Die Vertikallasten des Hochhauses werden über die Stahlbetonflachdecken in die Stützen und den Liftkern abgetragen. Hier ist insbesondere die große Auskragung parallel zur Lustenauerstraße eine Herausforderung. Aufgrund der hohen Lasten mit der gleichzeitigen Forderung seitens der Architekten nach schlanken Stützen wurden die Stützen in sogenannter Verbundbauweise (Stahlbetonstützen mit innenliegendem Stahlkern) hergestellt. Im Bereich der Auskragung besteht der Kern aus einer quadratischen Vollstahlstütze mit 280 mm Seitenlänge!

Die extreme Windbelastung wird über den Liftkern und eine an der gegenüberliegenden südseitig angeordneten Wandscheibe aufgenommen. Aufgrund der unterschiedlichen Steifigkeit beider Systeme kommt es zu einer Torsion (Verdrehung) des Gebäudes. Diese beiden Umstände erforderten eine umfangreiche dreidimensionale Berechnung. In einer Gesamtbetrachtung konnten dann die entsprechenden konstruktiven Schlüsse - Trag- und Verformungsverhalten - gezogen werden.

Gemeinsam mit der ausführenden Firma Swietelsky Feldkirch wurde für den Hochhausbereich ein Konzept ausgearbeitet, das den Bau eines Geschosses in nur zwei Wochen ermöglichte. Dazu mussten die Decken bereits nach 7 Tagen ausgeschalt sein. Normalerweise geschieht dies erst nach zwei Wochen oder mehr. Dies konnte durch eine entsprechende Betonrezeptur sowie umfangreiche Festigkeitsprüfungen an Probewürfeln erreicht werden.

Eine weitere Herausforderung war die im Auftrag der Firma Bug AluTechnic durchgeführte Bemessung der Fassade. Das Hauptproblem hierbei ist das unterschiedliche Verformungsverhalten des Rohbaues und der einzelnen Fassadenelemente, das durch spezielle Befestigungstechniken gelöst werden musste.

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